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Zwanzig Jahre Unternehmensaufbau — was davon übertragbar ist
Eine persönliche Einordnung: was aus dem Aufbau eigener Gesellschaften über zwei Jahrzehnte tatsächlich übertragbar war — und was nur im eigenen Fall funktioniert hat.
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Kurz beantwortet
Welche Unternehmen hat Marvin Großkrüger aufgebaut?
Seine ersten Unternehmen entstanden im Gesundheits- und Fitnessbereich in Uelzen. Später kamen Gesellschaften in weiteren Branchen hinzu. Heute sind die Beteiligungen in zwei Holdingstrukturen gebündelt; der Schwerpunkt liegt auf Energieinfrastruktur.
Was unterscheidet einen Betrieb von einem Unternehmen?
Ein Betrieb hängt am Gründer. Ein Unternehmen läuft auch dann weiter, wenn der Gründer zwei Wochen nicht erreichbar ist. Der Unterschied liegt nicht in der Größe, sondern darin, ob Entscheidungen dokumentiert und Verantwortungen übergeben sind.
Vom Betrieb zum Unternehmen
Der erste eigene Betrieb war Physiotherapie und Training in Uelzen. Nah am Kunden, jeden Tag operativ, mit allem, was dazugehört: Personalplanung, Auslastung, Liquidität am Monatsende. Diese Jahre haben mehr über Unternehmensführung beigebracht als jede spätere Struktur.
Der Übergang zum Unternehmen beginnt an einer unspektakulären Stelle: in dem Moment, in dem Abläufe aufgeschrieben werden. Nicht, weil Dokumentation an sich einen Wert hätte, sondern weil man erst dann merkt, wie viele Entscheidungen bisher ausschließlich im eigenen Kopf existierten.
Systematisierung: was zuerst
Die Reihenfolge, die sich bewährt hat:
- Zahlen. Erst wenn die monatlichen Kennzahlen ohne Nachfragen entstehen, lässt sich überhaupt etwas steuern.
- Der wiederkehrende Kernprozess. Nicht alles, sondern das, was hundertmal im Jahr passiert.
- Verantwortung, nicht Aufgaben. Aufgaben zu verteilen ändert wenig. Verantwortung zu übergeben ändert alles — und ist unangenehm.
- Vertretung. Jede Rolle, die nur eine Person ausfüllen kann, ist ein offenes Risiko.
Wann Skalierung schadet
Wachstum verstärkt, was da ist. Ein Betrieb mit unklaren Prozessen wird durch Wachstum nicht besser, sondern schneller unübersichtlich. Der ehrlichste Satz aus zwanzig Jahren: Die meisten Probleme, die im Wachstum sichtbar werden, waren vorher schon da.
Ein Unternehmen verkaufsfähig machen
Käufer prüfen nicht die Idee, sondern die Abhängigkeiten. Drei Fragen entscheiden über den Preis mehr als der letzte Jahresabschluss:
- Wie viel Umsatz hängt an einzelnen Personen oder Kunden?
- Wie viel des Ergebnisses bleibt ohne den Gründer bestehen?
- Wie sauber sind Verträge, Lizenzen und Zuständigkeiten dokumentiert?
Ein Unternehmen verkaufsfähig zu machen ist deshalb keine Vorbereitung auf einen Verkauf, sondern die gleiche Arbeit, die es ohnehin robuster macht.
Der Wechsel in eine neue Branche
Energieinfrastruktur funktioniert in vielem anders als ein Dienstleistungsbetrieb: längere Zyklen, mehr Regulierung, Kapital gebunden über Jahre statt über Wochen. Übertragbar war weniger das Fachliche als die Gewohnheit, ein Vorhaben von seinem Engpass her zu denken — im Gesundheitsbetrieb war das die Auslastung, in der Energie ist es der Netzanschluss.
Wie das konkret aussieht, steht unter Batteriespeicher.
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Werdegang und Gesellschaften · Unternehmen und Beteiligungen · Publikationen
Dieser Beitrag gibt persönliche unternehmerische Erfahrungen und allgemeine Informationen wieder. Er ist keine Steuer- oder Rechtsberatung, kein Angebot einer solchen Beratung und ersetzt keine Prüfung des Einzelfalls durch eine Steuerberaterin, einen Steuerberater, eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt.